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„DER AUFSTAND DER JUGEND“

Als am Sonntag, den 9. September Passanten zum Brandenburger Tor schlenderten, fiel ihr Blick unweigerlich auf eine große Pyramide aus Geldscheinen. Diese wurde von den jungen Aktivisten der Demokratischen Stimme der Jugend dort aufgebaut, um darauf aufmerksam zu machen, wie fokussiert die heutige Gesellschaft auf Konsum und Kapital ist.

Um 15 Uhr startete die provokante Kunstperformance von der Siegessäule. Die 100 Jugendlichen marschierten versklavt mit verklebten Mündern bis zum Brandenburger Tor. Auf Ihren Schultern trugen sie Erwachsene auf Sänften. Bei der Geldpyramide angekommen lehnten sie sich nach der Rede eines Politiker über Wachstum und Ausbeutung gegen das System, basiert auf der Versklavung der Zukunft, auf. Sie rissen sich das Klebeband von den Mündern und erhoben ihre Stimme. Dann explodierte die Geldpyramide und 100 000 Geldscheine flogen durch die Luft. Das Ende der Performance stellt eine bunte Tanzszene dar. Die Aktivisten umarmten Passanten und traten in generationsübergreifende Dialoge.

Schon ab der Siegessäule begleitete eine Gruppe an Passanten die Aktivisten bei ihrem Weg zum Brandenburger Tor. Dort wurden sie bereits von einer breiten Masse an Passanten, Politikern und der Presse erwartet.

Die ganze Aktion soll auf die fehlende Mitsprache und Präsenz der Jugend in der Öffentlichkeit aufmerksam machen. Die AktivistInnen verstehen sich als Gesellschaft von morgen und als jene, die Verantwortung und Konsequenzen für das tragen müssen, was heute entschieden wird. “ Ich sollte das Recht haben, die Gesellschaft, in der ich lebe und leben werde, jetzt schon mitzugestalten und Verantwortung für meine Zukunft zu übernehmen” so Tracy Osei-Tutu, Regisseurin der Performance.

Deswegen fordern sie Mitspracherechte und einen „Deutschen Jugendrat“, der als bundesweites Gremium über zukunftsrelevante Themen Empfehlungen aussprechen soll. Dieser Rat soll nach Angaben der NGO nach einem der ältesten demokratischen Verfahren nicht gewählt, sondern ausgelost werden.

Das Künstlerkollektiv nutzt physische und mediale Präsenz, um die Perspektive der Jugendlichen in den Fokus zu rücken. Der „Aufstand der Jugend“ wurde gefilmt und wird als Teil eines Musikvideos mit gleichnamigem Song der Gruppe Actio Grenzgänger veröffentlicht.